Dose an der Wand befestigen
Das Gehäuse wird angeschraubt. Vor dem Eingießen des Gels die Schrauben mit den mitgelieferten Stopfen abdecken.
Kurz gesagt
Raytech hat mir seine Lösungen für wasserdichte Kabelverbindungen geschickt: die mit Gel oder Harz vorgefüllten Ready Cast (L4, L10, L16/25 sowie die Y-Abzweige Y6 und Y16/25) und das Set Magic Box 65 mit Kabelverschraubungen.
Ich habe sie montiert, geöffnet, wieder geschlossen und mit meiner üblichen Vorgehensweise bei einer Elektroinstallation im Außenbereich verglichen.
Daraus ergeben sich zwei Lösungen. Erstens: ein vorgefülltes Gehäuse wie die Ready Cast ohne Kabelverschraubungen für eine erdverlegte oder dauerhaft unter Wasser liegende Kabelverbindung, die später nicht mehr geöffnet werden soll.
Zweitens: ein Set mit Kabelverschraubungen und Gel wie die Magic Box für eine zugängliche Verbindung, die später wieder geöffnet werden kann, an einer Wand oder Fassade.
1 kV
Betriebsspannung der Kabel, für die die Ready Cast ausgelegt ist
30 Tage
Dauer der von Raytech beschriebenen Tauchprüfung nach CEI EN 50393
25,80 €
Einstiegspreis der Magic Box bei Bricozor in Frankreich, einschließlich französischer MwSt.; Preisstand August 2026
90 °C
Betriebstemperatur beider Produktreihen
Die Ready Cast ist ein starres Gehäuse, das ab Werk mit isolierendem Gel oder Harz gefüllt ist.
Die Kabel werden durch vorgeprägte (markierte) Kabeleinführungen geführt: Die Membran wird passend zum Kabel ausgeschnitten, das Kabel eingeführt und die Verbindung hergestellt. Beim Schließen der Schalen verteilt sich das Harz oder Gel um die Leiter.
Das Datenblatt bringt die Montage mit einer Formulierung auf den Punkt, die ich in der Praxis bestätigen konnte: „Scissors and nothing more!“ — eine Schere und sonst nichts.
Das Gehäuse ist für isolierte Kabel bis 1 kV ausgelegt und deckt damit den Wohnungsbau sowie einen großen Teil gewerblicher Anwendungen ab. Das Material ist halogenfrei und UV-beständig. Darauf achte ich bei Fassadenmaterial: Nicht UV-stabilisierter Kunststoff wird nach zwei oder drei Saisons rissig.
Anders als bei einer herkömmlichen leeren Abzweigdose liegt alles im selben Karton. Raytech nennt im Datenblatt das vorgefüllte Gehäuse, eine Schraubklemme, einen 4-fach-Trenneinsatz, Kabelbinder zur Zugentlastung und schwarzes Isolierband zum Abdichten der Einführungen.
Die Schraubklemme hat mich bei diesem Gehäusetyp am meisten überrascht: Ich muss keinen Verbinder aus der Tasche suchen, er liegt bereits im Set.
Die Kabelbinder zur Zugentlastung erfüllen einen wichtigen Zweck: Das Kabel wird vor dem Schließen am Gehäuse befestigt. Zugkräfte wirken dadurch nicht auf die elektrische Verbindung. Bei einer Kabelverbindung im Erdreich bleibt die Dose oft jahrelang unzugänglich; die mechanische Sicherung ist deshalb entscheidend.
Die mitgelieferte Schraubklemme reicht für eine übliche Verbindung. Im 4-fach-Trenneinsatz des Gehäuses lässt sich bei Bedarf auch ein anderer handelsüblicher Verbinder unterbringen.
Ich weiß es zu schätzen, dass Raytech beides mitliefert: Bei der Montage muss ich ein Teil weniger auswählen und vermeide, eine bereits geschlossene Dose wegen eines ungeeigneten Verbinders wieder öffnen zu müssen.
Für eine einzelne Verbindung ohne separate Dose habe ich den wasserdichten IP68-Verbinder Betty 4 getestet. Er ist mit Gel vorgefüllt und montagefertig.
Bei unterschiedlichen Leiterquerschnitten auf der Ein- und Ausgangsseite lässt sich eine Schraubklemme leichter anpassen als eine Federklemme mit festgelegtem Querschnittsbereich.
Die gerade Ausführung gibt es in drei Größen, dazu kommen zwei Y-Abzweige. Abmessungen und Kabeldurchmesser stammen aus dem von Raytech veröffentlichten Datenblatt:
| Modell | Abmessungen | Kabelaußendurchmesser |
|---|---|---|
| Modell Ready Cast L4 | Abmessungen 160 × 48 mm | Kabelaußendurchmesser 8–18 mm |
| Modell Ready Cast L10 | Abmessungen 180 × 50 mm | Kabelaußendurchmesser 8–23 mm |
| Modell Ready Cast L16/25 | Abmessungen 215 × 55 mm | Kabelaußendurchmesser 8–30 mm |
| Modell Ready Cast Y6 | Abmessungen 180 × 100 mm | Kabelaußendurchmesser 8–20 mm (Haupt- und Abzweigkabel) |
| Modell Ready Cast Y16/25 | Abmessungen 220 × 105 mm | Kabelaußendurchmesser 8–30 mm (Haupt- und Abzweigkabel) |
Kabelaußendurchmesser laut Raytech-Datenblatt. Die zulässigen Leiterquerschnitte hängen zusätzlich von der Aderzahl und bei Y-Modellen von Haupt- und Abzweigkabel ab.
Entscheidend ist die Dimensionierung: Kabelaußendurchmesser und Leiterquerschnitt müssen beide passen. Raytech unterscheidet die zulässigen Leiterquerschnitte nach Aderzahl; bei den Y-Modellen gelten zudem getrennte Angaben für Haupt- und Abzweigkabel. Die vollständige Modellmatrix steht im Herstellerdatenblatt.
Der Kabeldurchmesser ist nicht der Leiterquerschnitt: Ein dreiphasiges Kabel NYM-J 5×6 mm² kann 20 mm Außendurchmesser erreichen. Deshalb sind vor dem Kauf beide Bereiche zu prüfen.
In der Praxis gehe ich vom bereits verlegten Kabel aus. Ich messe den tatsächlichen Durchmesser mit dem Messschieber, statt mich auf die Kennzeichnung zu verlassen: Bei gleichem Leiterquerschnitt kann der Mantel je nach Hersteller unterschiedlich dick sein.
Anschließend prüfe ich beide zulässigen Bereiche der Dose und achte bei der Auswahl auf die vom Hersteller für die jeweilige Aderzahl freigegebene Kombination.
Das Datenblatt führt die elektrischen Eigenschaften auf.
Im Mittelpunkt steht CEI EN 50393, die Norm für Verbindungsgarnituren von Niederspannungskabeln. Raytech beschreibt eine Prüfung in Luft und eine längere Tauchprüfung über etwa 30 Tage, mit wiederholten Temperaturzyklen und absichtlich entferntem Kabelmantel an den Einführungen. Wasser dringt dabei direkt zwischen die Leiter ein.
Das entspricht dem Fall einer Kabelverbindung im Erdreich, bei der Wasser an einer Kabeleinführung eindringt.
Hinzu kommen Klasse 2 nach CEI 64-8 (doppelte Isolierung), Harz mit der Einstufung UL 94-HB, eine Betriebstemperatur von 90 °C, ein Montagebereich von -40 °C bis +50 °C sowie die Angaben untertauchbar und erdverlegbar.
Die Produktseite nennt IP68 und IP69K. Die zweite Schutzart betrifft die Reinigung mit einem Hochdruckstrahl.
Vor der ersten Montage prüfe ich die Füllmasse durch Berühren: Sie muss weich sein und sich an die Leiter anlegen, ohne zu zerfallen. So bleibt die Isolierung um die einzelnen Leiter durchgehend, auch bei unterschiedlichen Querschnitten auf der Ein- und Ausgangsseite.
Das Datenblatt schränkt die Angaben ein: CEI EN 50393 wird mit „soweit zutreffend“ genannt, Klasse 2 mit „nach CEI 64-8“. Die Konformität ist somit für das jeweilige Modell und die konkrete Konfiguration zu prüfen; eine allgemeine Aussage genügt nicht.
Für mich beschreiben diese Referenzen die Auslegung des Produkts: Die Tauchprüfung gilt für ein nach Anleitung geschlossenes und verdrahtetes Gehäuse, nicht für offene Schalen oder falsch ausgeschnittene Membranen. Eine sorgfältige Montage trägt wesentlich zur Dichtheit bei.
Raytech zeigt auf seiner Produktseite ein anschauliches Demonstrationsfoto: eine im Boden verlegte Verbindung unter einem Wasserstrahl. Genau für diesen Einsatz empfehle ich diesen Gehäusetyp, auch abseits von Plattenbelägen und Schächten.
Das Foto verdeutlicht, dass die Dichtheit an den Einführungen entscheidet: Die vorgezeichnete Membran muss am Kabel anliegen, ohne es einzuklemmen. Ein zu großer Ausschnitt bahnt dem Wasser einen direkten Weg zur Verbindung.
Bei einer Kabelverbindung im Erdreich ist später keine regelmäßige Kontrolle möglich. Deshalb prüfe ich jede Einführung vor dem Schließen und achte darauf, dass jedes Kabel zugentlastet am Gehäuse befestigt ist. Eine geschlossene Dose ist noch nicht automatisch eine dichte Dose.
Die Magic Box erfüllt den entgegengesetzten Bedarf.
Das französische Datenblatt beschreibt sie als vollständiges, mit Magic Fluid isoliertes IP68-Verbindungsset. Es enthält Gehäuse, Deckel, drei PG16-Kabelverschraubungen, Verschlussstopfen und Isoliergel für die vollständige Füllung. Auch der Gelbeutel liegt bei.
Der Unterschied zur Ready Cast besteht darin, dass sie sich wieder öffnen lässt. Die Dose lässt sich öffnen, die Kabelverschraubungen lassen sich lösen und das Gel lässt sich entfernen.
Das Datenblatt betont die Möglichkeit, das Gehäuse auch nach längerer Nutzung wieder zu öffnen. Das Gel hat kein Verfallsdatum und wird als ungiftig beschrieben. Es ist nach CLP nicht als gefährlich eingestuft; das ist für die Lagerung im Fahrzeug oder im Materiallager relevant.
Raytech führt für die Magic Box 65 einen maximalen Kabelaußendurchmesser von 22 mm, drei PG16-Kabelverschraubungen und ein Gehäuse Ø 65 × 35 mm auf. Diese Angaben dürfen nicht gleichgesetzt werden: PG16 bezeichnet das Anschlussgewinde, nicht den Klemmbereich für 22-mm-Kabel. Der Klemmbereich der drei im konkreten Set enthaltenen Verschraubungen ist mit dieser Tabelle nicht belegt; vor der Montage sind die Herstellerangaben der tatsächlich beiliegenden Verschraubungen und der gemessene Kabelaußendurchmesser abzugleichen. Größere Varianten verwenden M25.
Die Gehäusewände besitzen vorgezeichnete Bohrstellen. Die Markierungen sind eingeformt; gebohrt wird passend zur Lage der Kabel.
Die M25-Kabelverschraubungen der größeren Modelle werden nach demselben Prinzip eingeschraubt. Ihre größere Durchführung nimmt Kabel mit größerem Außendurchmesser auf.
Auf der Baustelle prüfe ich zuerst die Anzahl der einzuführenden Kabel. Die Magic Box 65 enthält drei Kabelverschraubungen. Für mehr Kabel ist ein größeres Modell nötig; bei einer späteren Erweiterung muss eine freie Kabeleinführung eingeplant werden.
Das Datenblatt nennt dieselben Referenzen wie bei der Ready Cast: CEI EN 50393, Klasse 2 nach CEI 64-8, Gel mit der Einstufung UL 94-HB für -60 °C bis +200 °C sowie eine Glühdrahtprüfung bei mehr als 960 °C nach EN 60695-2-12.
Als Anwendungen nennt Raytech Straßenbeleuchtung, den maritimen Bereich, Gärten und elektrische Torantriebe.
Die Anleitung auf der Verpackungsrückseite gibt die Reihenfolge vor. Ich habe mich daran gehalten:
Dose an der Wand befestigen
Das Gehäuse wird angeschraubt. Vor dem Eingießen des Gels die Schrauben mit den mitgelieferten Stopfen abdecken.
Markierte Öffnungen bohren
An den vorgezeichneten Stellen nur die Öffnungen herstellen, die für die Kabel benötigt werden.
Kabelverschraubungen einsetzen
Die drei PG16-Kabelverschraubungen werden mit oder ohne eingeführtes Kabel in die gebohrten Öffnungen eingeschraubt.
Kabel einführen und anschließen
Die Kabel durch die Verschraubungen führen und die elektrische Verbindung im Gehäuse herstellen.
Gel eingießen und Dose schließen
Magic Fluid bedeckt die Verbindungen. Den Deckel schließen; die Dose bleibt wieder zugänglich.
Die Kabelverschraubung ist die bewährte Lösung im Elektrohandwerk. Eine Dose mit Kabelverschraubungen lässt sich ohne Messer wieder öffnen. Das Gel übernimmt eine zusätzliche Aufgabe: Es isoliert jeden eingebetteten Leiter und schützt ihn vor Kondenswasser, selbst wenn Wasser in das Gehäuse gelangt.
Die beiden Ansätze ergänzen sich und sind für unterschiedliche Einsatzzwecke gedacht.
Nach dem Schließen prüfe ich zwei Punkte: Jede Kabelverschraubung ist vollständig eingeschraubt, die Überwurfmutter festgezogen, ohne den Kabelmantel zu quetschen. Außerdem muss das Gel vor dem Schließen jede Klemme bedeckt haben. Eine trocken gebliebene Ecke ist der erste Ansatzpunkt für Korrosion.
Bei der Magic Box 65 wird das mitgelieferte Magic Fluid aus dem Beutel eingegossen, bis die Verbindungen gemäß Montageanleitung eingebettet sind. Danach wird der Deckel ordnungsgemäß geschlossen.
Auf dem Deckel der Magic Box 65 sind IP56 und IP68 eingeprägt. Bei Auswahl und Montage beziehe ich IP68 auf das vollständig mit Gel gefüllte Set. Das ist die von Raytech beschriebene Konfiguration für den Unterwassereinsatz.
Ich übertrage diese Schutzart nicht auf ein nur teilweise oder gar nicht gefülltes Gehäuse. Bei Unterwassereinsatz halte ich die für das genaue Modell vorgesehene Konfiguration und Tiefe ein. An der Fassade sind korrekt montierte Kabelverschraubungen und ein richtig geschlossener Deckel entscheidend.
Eine dichte Abzweigdose ersetzt nicht die übrigen Anforderungen an die Installation.
Gehäuse, Kabelverschraubungen, Leitung und Stromkreisschutz wähle ich als Bonne pratique passend zum tatsächlichen Einbauort, zur Wasserbelastung, zu mechanischen Einwirkungen und zur Verlegeart.
Das Gel schützt die Verbindung; ungeeignetes Material wird dadurch nicht automatisch für den Außenbereich geeignet.
Ich prüfe deshalb zusätzlich:
Die IP-Schutzart allein genügt nicht: Die 6 steht für Staubdichtheit (staubdicht), die 8 für dauerndes Untertauchen. Auch ein IP68-Produkt muss nach Anleitung montiert werden, mit dem vorgesehenen Anzugsmoment der Kabelverschraubungen und der vorgeschriebenen Gelmenge.
Bei gewöhnlichen Fassadendosen, deren Hersteller Entwässerungsöffnungen vorsieht, nutze ich diese Öffnungen unten am Gehäuse, damit Kondenswasser ablaufen kann. Ready Cast und Magic Box 65 dürfen dafür nicht zusätzlich angebohrt werden: Eine solche Veränderung würde die vom Hersteller vorgesehene Abdichtung beeinträchtigen.
Bei einer erdverlegten Dose kommen solche Öffnungen nicht infrage. Hier erfüllen Harz oder Gel ihren Zweck. Feuchtigkeit betrifft ebenso Transformatoren und Bodenstrahler, die mit der Zeit ausfallen.
Die französische Fachorganisation Promotelec nennt drei weitere Punkte. Für Außensteckdosen in Frankreich empfiehlt sie eine Höhe von etwa 1 m über dem Boden. Das ist eine Empfehlung, keine Pflicht; sie hält die Steckdose von Spritzwasser und dem Wasserstrahl beim Bewässern fern.
Der Kabelquerschnitt muss auch zur Leitungslänge passen. Eine Strecke von 25 m ist anders zu dimensionieren als eine von 5 m. Den Spannungsfall berechne ich vor dem Ablängen des Kabels.
Für Installationen in Deutschland behandelt DIN VDE 0100-520:2023-06 die Auswahl und Errichtung von Kabel- und Leitungsanlagen, darunter Verlegearten, Umgebungsbedingungen, Leiterquerschnitte und Spannungsfall. Die folgenden Beispiele von Promotelec beziehen sich dagegen auf Frankreich und ersetzen keine deutschen Installationsvorschriften.
Für Anlagen, die nicht unmittelbar am Haus liegen, etwa ein Gartenhaus oder ein Tor am Grundstücksende, sieht Promotelec im französischen Installationskontext einen eigenen Stromkreis mit eigener Schutzeinrichtung vor. Daraus leite ich keine deutsche Installationsvorgabe ab.
Für die Erdverlegung in Frankreich nennt diese Quelle entweder bewehrtes Kabel direkt im Erdreich (U-1000 RVF) oder R2V im TPC-Schutzrohr. Das Rohr schützt mechanisch; ein rotes Kabelwarnnetz weist spätere Erdarbeiten auf das Kabel hin. Diese Ausführungsbeispiele sind französisch, keine Vorgaben für Deutschland.
Eine Verbindung lässt sich dort in einem vorgefüllten Gehäuse unterbringen. Ich lege es flach und richte die Einführungen nach unten aus, damit sich kein Wasser an den Membranen sammelt.
An Fassaden führe ich die Kabel ebenfalls von unten oder seitlich ein, mit einer Tropfschleife. Eine nach oben gerichtete Kabelverschraubung bietet dem Wasser einen direkten Weg zur Verbindung.
Bei einer Kabelverbindung im Erdreich dokumentiere ich vor dem Verfüllen die genaue Lage der Dose: Abstand zur Fassade und Foto der Warnkennzeichnung kommen in die Baustellenunterlagen. Tritt Jahre später ein Fehler auf, muss ich die Dose nicht im ganzen Garten suchen.
Zu diesem Zeitpunkt kontrolliere ich auch die Verlegetiefe, bevor sich das Erdreich setzt.
Für eine übliche Außensteckdose im Garten nehme ich eine wasserdichte Dose, die sich jederzeit wieder öffnen lässt, mit Kabelverschraubungen: öffnen, messen, ändern bleibt möglich.
Bei einer erdverlegten Kabelverbindung zwischen zwei Gebäuden oder einem Poolstromkreis schützt das vorgefüllte Gehäuse anders als eine rein mechanische Abdichtung: Das Harz legt sich bis zu den Einführungen um jeden Leiter.
Vor dem Kauf lohnt sich ein Blick auf das Wiederöffnen der Magic Box: Das Gel lässt sich im Stück herausnehmen oder einschneiden. Danach wird die Verbindung geändert und die Gelfüllung wieder darübergelegt.
Raytech beschreibt die Dose als auch nach längerer Nutzung wieder zugänglich. Das ist für Reparaturen hilfreich: Die Verbindung wird geschützt und lässt sich später erneut bearbeiten.
Bei der Ready Cast fällt die Entscheidung dagegen vor der Montage.
Vorgefüllte Ready Cast und Magic Box 65 mit Kabelverschraubungen
Vorteile
Nachteile
Versteckte Vorteile
Versteckte Kosten
Der Verbinder lässt sich in beiden Fällen auswählen: Die mitgelieferte Schraubklemme erfüllt ihren Zweck. Ein geeigneter Wago-Verbinder passt aber ebenfalls in den vorgesehenen Trenneinsatz.
Beim Verbinden feindrähtiger und eindrähtiger Leiter gelten dieselben Auswahlkriterien wie im Innenbereich. Die Einzelheiten erläutere ich in meinem Beitrag zum Verbinden feindrähtiger und eindrähtiger Leiter.
In der Praxis kläre ich die spätere Zugänglichkeit vor der Abdichtung. Eine jährlich kontrollierte Dose stellt andere Anforderungen als eine Verbindung, die dauerhaft geschlossen bleibt.
Ready Cast ist für dauerhafte Verbindungen gedacht, Magic Box für Anschlüsse, an denen später gearbeitet wird. Eine herkömmliche wasserdichte Dose mit Kabelverschraubungen deckt viele Fassadenanschlüsse ab. Ich entscheide das bei der Kalkulation, vor dem Einsatz auf der Baustelle.
Die WAGO Gelbox erfüllt denselben Zweck mit einer geprüften Kombination: ein kleines, mit silikonfreiem Polyurethangel von Cellpack vorgefülltes Gehäuse in sechs Größen, passend für Klemmen der Serien 221 und 2273 bis 4 mm².
Die Kombination aus Gelbox und Klemmen ist nach EN 60998 VDE-geprüft und als IPX8 zertifiziert, also für dauerndes Untertauchen geschützt.
Zur Montage wird die angeschlossene Klemme in die Gelbox gelegt und das Gehäuse geschlossen. Das Gel umschließt die Verbindung unmittelbar, ohne Mischen oder Wartezeit. Zwei Punkte sind zu beachten.
Bei 230 V muss die Gelbox in einer Abzweigdose liegen. Laut WAGO ist das nötig, um die doppelte Isolierung des Kabels sicherzustellen, da nur die einzelnen Adern im Gel liegen. Wird die Gelbox zum Ändern der Verdrahtung geöffnet, verlangt die WAGO-FAQ den Austausch von Klemmen und Gelbox, damit WAGO den Schutz weiterhin gewährleisten kann.
Das Gel besteht aus silikonfreiem Polyurethan. Silikongel kann Dämpfe freisetzen, die Lackierarbeiten in der Umgebung beeinträchtigen. Hier ermöglichen die Silikonfreiheit und das vollständig ausreagierte Material den Einsatz ohne diese Einschränkung für benachbarte Arbeitsbereiche.
Gegenüber der Ready Cast unterscheidet sich die Gelbox beim Wiederöffnen: Die erdverlegte Ready Cast bleibt dauerhaft geschlossen; die Gelbox ist wieder zu öffnen, muss danach aber ersetzt werden.
Der französische Preisstand vom August 2026 lag bei 6,90 bis 11,25 € je Gelbox, mit 27,59 € für vier Stück in Größe Small. In diesem französischen Preisvergleich lag sie preislich unter einem vorgefüllten Gehäuse; nach einem Eingriff ist Ersatzmaterial nötig.
| Kriterium | Magic Box 65 | WAGO Gelbox | Ready Cast |
|---|---|---|---|
| Kriterium Wiederöffnen | Magic Box 65 Ja, Gel entnehmbar und wieder einsetzbar | WAGO Gelbox Nur mit Austausch von Klemmen und Gelbox | Ready Cast Nein, dauerhaft geschlossen |
| Kriterium Vorbereitung | Magic Box 65 Kabelverschraubungen einschrauben und Gel eingießen | WAGO Gelbox Klemme einlegen und Gehäuse schließen | Ready Cast Einführungen mit der Schere ausschneiden |
| Kriterium Prüfung und Zertifizierung | Magic Box 65 DIN EN 50393 (bzw. EN 50393) | WAGO Gelbox VDE, EN 60998, IPX8 | Ready Cast DIN EN 50393 (bzw. EN 50393) |
| Kriterium Einsatz | Magic Box 65 Fassade, wieder zugängliche Verbindung | WAGO Gelbox Wieder zu öffnende Verbindung mit anschließendem Austausch | Ready Cast Erdverlegt, untergetaucht, dauerhaft |
| Kriterium Äußeres Gehäuse bei 230 V | Magic Box 65 Das Gehäuse selbst | WAGO Gelbox Zusätzliche Abzweigdose erforderlich | Ready Cast Die Gehäuseschalen selbst |
Auswahl zwischen den drei Bauarten für eine Verbindung im Außenbereich oder im Erdreich.
Zum Einbetten einer 2273-Klemme ist die Gelbox die einzige zertifizierte Lösung. Das selbst ausgeführte Vergießen in einer herkömmlichen Dose beschreibe ich im Test der Raytech-Gele.
Der französische Preisstand für die Magic Box im August 2026 lag bei 25,80 € einschließlich französischer MwSt. (21,50 € ohne französische MwSt.) bei Bricozor. Dort waren die Durchmesser 65 und 100 mm aufgeführt. Die Angaben beziehen sich auf den französischen Markt (Preise und Verfügbarkeit).
Für die Ready Cast ist in den genannten französischen Quellen kein Preis veröffentlicht. Bei einer Baustellenkalkulation ist die Dose ein kleiner Posten gegenüber der Reparatur einer später nicht mehr zugänglichen Kabelverbindung im Erdreich.
Beim genannten französischen Preis ist die wasserdichte Dose ein kleiner Materialposten. Das Freilegen einer nassen Verbindung, Ersetzen der Klemmen und erneute Verfüllen kostet häufig mehr als das zunächst eingebaute Material.
An dieser Stelle sollte man nicht zu sparen. Eine fachgerecht geschützte Verbindung muss jahrelanger Feuchtigkeitseinwirkung standhalten.
Retour de chantier
In der Praxis setze ich diese Dosen für konkrete Fälle ein: einen Abzweig der Gartenbeleuchtung im Erdreich zwischen Wand und Terrasse, einen Pumpenanschluss in einem Schacht oder die Überarbeitung einer vorbereiteten Verbindung an einer Steinfassade. Die orangefarbenen Ready-Cast-Schalen und das weiße Magic-Box-Set haben dafür ihren festen Platz im Fahrzeug.
Die Ready Cast erfüllt ihren Zweck als Kabelverbindung im Erdreich ohne Spezialwerkzeug, mit vollständigem Set und einer längeren Tauchprüfung. Die Magic Box 65 deckt den gegenteiligen Bedarf: eine wieder zugängliche Dose, deren Gel die Verbindungen schützt.
Ich empfehle sie für den Außenbereich und die Erdverlegung, wenn das Modell zum tatsächlichen Kabeldurchmesser und zum Leiterquerschnitt passt. Ready Cast ist für die dauerhafte Verbindung gedacht. Magic Box 65 ist sinnvoll, wenn der Anschluss später zugänglich bleiben muss.
3 Fragen
InteraktivQuiz: wasserdichte Abzweigdosen von Raytech
3 Fragen zu den wichtigsten Angaben
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Die Ready Cast ist mit Gel oder Harz vorgefüllt und kommt ohne Kabelverschraubungen aus: Einführungen ausschneiden, Verbindung herstellen, Gehäuse schließen. Die Magic Box 65 enthält Gehäuse, drei PG16-Kabelverschraubungen und Gel; sie lässt sich wieder öffnen. Ready Cast ist für die dauerhafte Kabelverbindung im Erdreich gedacht, Magic Box für einen später zugänglichen Anschluss.
Ich beziehe IP68 auf das vollständig mit Gel gefüllte Set, also die von Raytech beschriebene Konfiguration für den Unterwassereinsatz. Ich übertrage diese Angabe nicht auf ein ungefülltes Gehäuse. An der Fassade prüfe ich besonders die Kabelverschraubungen und den Gehäuseverschluss.
Die zulässigen Kabelaußendurchmesser laut Raytech sind 8–18 mm (L4), 8–23 mm (L10) und 8–30 mm (L16/25). Die erlaubten Leiterquerschnitte hängen zusätzlich von der Aderzahl ab; bei Y-Abzweigen sind Haupt- und Abzweigkabel getrennt zu prüfen. Die vollständige Modellmatrix steht im Herstellerdatenblatt. Kabeldurchmesser (mm) und Leiterquerschnitt (mm²) sind verschiedene Angaben.
Eine geschlossene Ready Cast lässt sich nicht wieder öffnen; Harz oder Gel liegt um die Leiter. Die Magic Box bleibt dagegen zugänglich: Das Gel lässt sich entfernen und wieder einlegen, die Dose weiterverwenden. Dieser Unterschied entscheidet die Auswahl vor der Montage.
Nein. Promotelec nennt für Außeninstallationen in Frankreich einen FI-Schutzschalter mit 30 mA, unabhängig von der wasserdichten Dose. Die IP-Schutzart schützt das Material, der Fehlerstromschutz dient dem Personenschutz. Die Dose ersetzt deshalb keinen erforderlichen Fehlerstromschutz, auch nicht bei einer Außensteckdose im Garten.
Nein. Die wasserdichte Dose schützt eine Leiterverbindung. Die französische DCL-Leuchtenanschlussdose dient dem Leuchtenanschluss und muss die Last der Leuchte tragen. Ihre Anforderungen gehören zum französischen Installationskontext; mein Beitrag zur DCL-Dose bei Renovierungen in Frankreich behandelt diesen Fall, nicht aber eine deutsche Anschlussvorgabe.
Transparenz Raytech : Abzweigdosen Ready Cast und Magic Box 65.
Théo Desrousseaux
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Quellen und Referenzen
Praxisnahe Ratgeber zu Elektroinstallation, systematischer Fehlersuche und Werkzeugen, abgestimmt auf die geltenden technischen Normen dieser Länderausgabe.
Raytech Magic Gel und Wonder Gel in einer IP55-Dose mit Wago getestet: Zwei- oder Einkomponenten-Gel, IP68, WAGO Gelbox und Regeln für Außeninstallationen.
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