Profi-Werkzeug

Original LÖWE 3.104 und 3.204/20U25 im Vergleich

Veröffentlicht Théo Desrousseaux 16 Min. Lesezeit
Original LÖWE 3.104 und 3.204/20U25 im Vergleich
Die beiden Original-LÖWE-Scheren am 12. Oktober 2026: links die Rohrschere 3.204/20U25, rechts die Gehrungsschere 3.104.

Kurz gesagt

  • Die 3.104 ist eine Gehrungsschere mit 45°-Anschlägen für geeignete Profile und Leisten, keine Rohrschere.
  • Die 3.204/20U25 eignet sich laut Hersteller für passende Kunststoffrohre mit 20 oder 25 mm Durchmesser.
  • Beide Werkzeuge wurden geliefert und fotografiert, doch weder die Fotos noch meine allgemeine Rückmeldung belegen Schnittergebnisse je Modell.

Die 3.104 ist eine Gehrungsschere für geeignete Leisten und Profile, die 3.204/20U25 eine Rohrschere für passende Kunststoffrohre mit 20 oder 25 mm Durchmesser. Beide Werkzeuge habe ich erhalten und fotografiert. Meine Erfahrungen mit den genutzten Partnerprodukten beschrieb ich am 18.

Oktober als sehr positiv, ohne Probleme bei meiner Nutzung. Welche Materialien ich mit den beiden LÖWE-Modellen jeweils geschnitten habe und wie die Schnitte ausgefallen sind, geht daraus nicht hervor.

3.104: Gehrungsschere für geeignete Profile

Die Original LÖWE 3.104 besitzt laut Hersteller 45°-Anschläge und gehört zur Industrial-Serie. Angegeben sind 50 mm Schnittlänge und 15 mm Schneidkapazität. Diese Zahlen bezeichnen keine zwei Rohrdurchmesser.

Vorgesehen sind passende Kunststoff- und Holzprofile, Leisten und Dichtungsprofile. Im Elektrohandwerk ist sie daher für passende Abschluss- und Abdeckprofile interessant. Ob ein bestimmter Kabelkanal oder ein spröder Kunststoff sauber geschnitten wird, muss am jeweiligen Werkstück geprüft werden.

Elektrische Kupferleiter gehören nicht zum vorgesehenen Einsatzbereich.

3.204/20U25: Rohrschere für 20 und 25 mm

Die 3.204/20U25 ist eine Kunststoffrohrschere. Das Modell ist für Rohrdurchmesser von 20 und 25 mm ausgelegt. Die Gesamtlänge beträgt laut Hersteller 21,5 cm. Als vorgesehene Anwendungen nennt LÖWE ausdrücklich PVC-Rohre und Elektroinstallationsrohre.

Sie kann für passende starre Kunststoff-Installationsrohre sinnvoll sein. Die Angabe belegt keine Eignung für andere Rohrwerkstoffe, Metallverbundrohre oder Kabel. Arbeiten an elektrischen Anlagen erfolgen spannungsfrei nach den geltenden Sicherheitsregeln.

Was die Fotos tatsächlich zeigen

Die Verpackungen belegen die Modellnummern 3.104 und 3.204/20U25. Der Gehrungsanschlag der 3.104 und die Rohraufnahmen der 3.204 sind zu sehen; auf dem orangefarbenen Griff steht ebenfalls 3.204/20U25. Das weiße Rohr wurde beim Ansetzen fotografiert.

Werkstoff, tatsächlicher Durchmesser und Qualität eines Schnitts sind daraus nicht ableitbar. Die Modellnummer der 3.104 ist auf dem nackten Werkzeug in den ausgewählten Bildern nicht lesbar.

Ersatzklinge und Gegenauflagen: Was passt?

Laut den Ersatzteillisten des Herstellers verwenden beide Scheren die Klinge Original LÖWE 3, Nr. 3.001/B (ein Stück im Blister). Die Gegenauflagen sind nicht identisch: Für die Gehrungsschere 3.104 ist es die 3.002, für die Rohrschere 3.204/20U25 die 3.002/3.204/20U25.

Der Zusatz 20U25 bezeichnet die Rohraufnahme für die vorgesehenen Durchmesser, nicht eine besondere Schneidklinge. Auflagen der Varianten 16U19 und P90 dürfen nicht stillschweigend als austauschbar gelten.

Vor dem Bestellen die genaue Modellnummer prüfen und beim Austausch die Herstellerhinweise beachten.

Entscheidend ist das Werkstück, nicht die Modellnummer

Wer zwischen diesen beiden Scheren wählt, sollte zuerst das Werkstück und die geforderte Schnittform betrachten. Eine Abschlussleiste, die in einer Ecke sauber zusammentreffen soll, benötigt eine definierte Anlagefläche und einen Gehrungswinkel.

Ein rundes Kunststoffrohr muss dagegen während des Schnitts passend gestützt werden. Beides sind Schneidarbeiten, aber sie stellen grundlegend unterschiedliche Anforderungen an die Auflage.

Für eine Gehrung an einem geeigneten Profil ist die 3.104 mit ihren 45°-Anschlägen vorgesehen. Für ein passendes PVC-Rohr mit 20 oder 25 mm Durchmesser kommt die 3.204/20U25 mit den entsprechend geformten Aufnahmen infrage.

Die erste Schere hilft bei der Orientierung einer Sichtkante; die zweite beim Positionieren eines runden Querschnitts. Keines dieser Merkmale ersetzt die Prüfung des Werkstoffs.

Darum ergibt es auch keinen Sinn, die Zahlen 50 und 25 gegeneinander auszuspielen. 50 mm Schnittlänge bei der 3.104 und 25 mm Rohrdurchmesser bei der 3.204 beschreiben unterschiedliche Größen. Die größere Zahl verspricht nicht das größere Einsatzspektrum.

Unbekannte Werkstoffe, Metallverstärkungen oder bereits belegte Installationsrohre erfordern ohnehin eine zusätzliche Klärung, bevor das Werkzeug angesetzt wird.

LÖWE bietet laut eigener FAQ eine Beratung für besondere Materialien und Schnittanforderungen an. Gegebenenfalls kann ein Muster beurteilt werden. Das ist bei einem nicht eindeutig dokumentierten Produkt die sachlichere Lösung, als allein vom Aussehen auf die Schneidbarkeit zu schließen.

45°, 50 mm, 15 mm und 20/25 mm richtig einordnen

Für die Gehrungsschere 3.104 nennt der Hersteller 45°-Anschläge, 50 mm Schnittlänge und 15 mm Schneidkapazität. Die Anschläge sollen die Lage einer Gehrung erleichtern. Die beiden Millimeterangaben beschreiben unterschiedliche Abmessungen des Schneidbereichs.

Keine davon ist ein Rohrdurchmesser; keine liefert von sich aus einen Messwert zur Winkelgenauigkeit meines Exemplars.

Auch die aufgedruckte oder eingeprägte Winkelskala ist noch kein Prüfergebnis. Liegt eine hohle Kunststoffleiste nicht vollständig an, verdreht sich die Sichtseite oder wird ein Profil von der falschen Seite aus angesetzt, kann das fertige Eckbild trotz eines 45°-Anschlags nicht passen.

Entscheidend sind die tatsächliche Auflage, die Richtung des Schnitts und die spätere Einbaulage.

Bei der Rohrschere 3.204/20U25 geben 20 und 25 mm die vorgesehenen Rohrdurchmesser an. Der Hersteller nennt außerdem 21,5 cm Gesamtlänge. Daraus lässt sich aber nicht ableiten, dass sich die Schere hinter jeder Verteilerdose problemlos öffnen lässt oder jede Rohrwand gleich gut schneidet.

Außenmaß des Werkzeugs, Arbeitsraum und Schnittqualität sind getrennt zu betrachten.

Für den Kauf dienen diese Werte als Vorauswahl. Erst mit bekannten Werkstückdaten und einer passenden Anlage lässt sich entscheiden, ob die Schere für die konkrete Arbeit infrage kommt.

Wer eine bestimmte Maßtoleranz einhalten muss, benötigt die Anforderungen des betreffenden Systems und ein geeignetes Kontrollmittel, nicht nur den Werbetext des Werkzeugherstellers.

Welche Profile nennt LÖWE für die 3.104?

Die Produktliste für die 3.104 umfasst unter anderem Holzleisten, flache Kunststoffprofile, Dichtungsleisten, Fenster- und Türprofile, Zier- und Abschlussleisten sowie bestimmte Fliesenabschlussprofile. Im allgemeinen Beschreibungstext werden Holz, Kunststoff und Gummi genannt.

Diese Aufzählung beschreibt typische Einsatzfelder. Sie bedeutet nicht, dass jedes unter diesen Begriffen verkaufte Profil ohne Einschränkung schneidbar ist.

Schon zwei ähnlich aussehende Leisten können sich im Inneren stark unterscheiden: massiv oder hohl, weich oder spröde, mit dicker Wandung oder versteiftem Kern. Je nach Querschnitt kann eine Fläche gut anliegen oder beim Schließen ausweichen. Diese Eigenschaften müssen vor dem Einsatz bekannt sein.

Die Formulierung „für Kunststoffprofile“ ersetzt nicht die Prüfung der konkreten Ware.

Besonders wichtig ist die Materialgrenze Metall. In der LÖWE-FAQ werden Metall und Draht als ungeeignet für die üblichen Scherenklingen genannt. Aus der Bezeichnung „Fliesenabschlussprofil“ folgt daher gerade nicht, dass sich Aluminium- oder Stahlprofile schneiden lassen.

Dasselbe gilt für eine scheinbar weiche Leiste mit verdeckter Metalleinlage.

Für Elektroinstallationen kommt die 3.104 allenfalls bei geeigneten nichtmetallischen Abschluss- und Abdeckprofilen in Betracht. Ein kompletter Kabelkanal mit breitem Rücken, Stegen und verstärkten Kanten kann einen ganz anderen Querschnitt besitzen als eine flache Zierleiste.

Selbst wenn ein Teil daraus besteht, das der Hersteller grundsätzlich als Kunststoff bezeichnet, muss die konkrete Geometrie zur Schere passen. Bei großen oder ungewöhnlichen Profilen ist eine andere Schneidmethode unter Umständen sinnvoller.

Einen Gehrungsschnitt vorbereiten, ohne eine Genauigkeit zu erfinden

Bei einer Gehrung ist die Einbaurichtung oft wichtiger als die Kraft, mit der die Griffe geschlossen werden. Zwei Leisten können nur dann ordentlich zusammentreffen, wenn ihre Schnitte spiegelbildlich zur richtigen Seite verlaufen.

Wird die Sichtfläche beim Anzeichnen vertauscht, entsteht leicht ein sauberer Schnitt in der falschen Richtung.

Vor dem endgültigen Ablängen empfiehlt sich deshalb, die Sichtseite, die zu erhaltende Länge und die Lage des Profils im fertigen Aufbau festzulegen. Rechte und linke Stücke sind zu unterscheiden. Anschließend sollten sie trocken aneinandergehalten werden, bevor Kleber oder Befestigungen eine Korrektur erschweren.

Der reale Wandwinkel muss zudem nicht genau dem theoretischen rechten Winkel entsprechen. Auch die Auflage einer Hohlkammerleiste kann unter Druck nachgeben. Ein vorhandener 45°-Anschlag gleicht solche Unterschiede nicht automatisch aus.

Eine geeignete Schablone oder ein Winkel kann helfen, die spätere Verbindung zu beurteilen; damit behaupte ich nicht, diese Messung an der fotografierten 3.104 bereits durchgeführt zu haben.

Ein Reststück desselben identifizierten Materials eignet sich für eine erste Überprüfung: Bleibt die Form erhalten? Brechen sichtbare Kanten aus? Treffen zwei Probestücke so zusammen, wie das Bauteil es erfordert? Die Herstellerbeschreibung hebt ein sauberes, spanarmes Schneidprinzip hervor.

Ob das im Einzelfall gelingt, ist zu kontrollieren und darf hier nicht als eigene Versuchsreihe ausgegeben werden.

Warum die 3.204/20U25 eine geformte Gegenauflage besitzt

Die Rohrschere 3.204/20U25 besitzt keine Gehrungsführung wie die 3.104, sondern eine für Rohre geformte Unterlage mit zwei Aufnahmen. Diese sollen einen runden Querschnitt vor der beweglichen Klinge positionieren.

Die Aufnahmegeometrie gehört damit zum eigentlichen Zweck dieser Ausführung; das Kürzel 20U25 ist mehr als ein Namenszusatz.

LÖWE bezeichnet die Schere ausdrücklich als Werkzeug für PVC-Rohre mit 20 oder 25 mm Durchmesser und führt Elektroinstallationsrohre als Anwendungsgebiet an. Daraus folgt keine pauschale Freigabe für jedes Kunststoffrohr.

PE, Mehrschichtrohre, metallverstärkte Leitungen, weiche Schläuche und stark gewellte Schutzrohre unterscheiden sich in Material und Form. Für sie ist die Eignung der 20U25 nicht automatisch geklärt.

Das Rohr muss in der passenden Aufnahme ohne erzwungene Verformung sicher liegen. Kippt es, lässt es sich nur unter starkem Druck einsetzen oder stimmt sein Außendurchmesser nicht mit dem Lager überein, ist die Werkzeugauswahl zu hinterfragen. Zusätzliche Handkraft behebt keine geometrische Unverträglichkeit.

Auf den vorhandenen Fotos ist die 3.204/20U25 um ein weißes Rohr gehalten. Diese Aufnahme veranschaulicht die Lage von Klinge und Unterlage. Sie beweist jedoch weder den genauen Kunststoff noch den gemessenen Rohrdurchmesser oder die Qualität einer ausgeführten Schnittkante.

Die Aufnahme bleibt ein Bild der Handhabung, kein Prüfprotokoll.

Nennmaß, tatsächlicher Durchmesser und Installationsrohr

Die Ziffer 20 auf einem Installationsprodukt wirkt zunächst eindeutig. Verschiedene Rohrsysteme können ihre Verkaufsgrößen jedoch auf unterschiedliche Maßkonventionen beziehen.

Vor dem Kauf oder Einsatz sollte deshalb die Datenblattangabe des Rohrs herangezogen werden: Welche Größe wird bezeichnet, und welche tatsächliche Außenkontur muss in der Rohrscherenaufnahme liegen?

Auch die Werkstoffbezeichnung ist zu prüfen. Die Modellseite nennt PVC, die Überschrift spricht allgemeiner von Kunststoffrohren. Das bedeutet nicht, dass alle Polymerarten, Wandstärken und Rohrkonstruktionen gleichermaßen abgedeckt wären.

Starre glatte Rohre, biegsame Schutzrohre und Wellrohre verhalten sich unter einer Klinge unterschiedlich. Farbe und optischer Eindruck reichen zur Einordnung nicht aus.

Bei einem Rohr, das bereits Teil einer Elektroinstallation ist, stellt sich außerdem die Frage, ob Leitungen darin liegen. Eine Schere darf nicht ohne vorherige Prüfung um ein belegtes Schutzrohr gelegt werden.

Die Leiter müssen vor Beschädigung geschützt und die betroffenen Anlagenteile nach den geltenden Regeln sicher freigeschaltet und auf Spannungsfreiheit geprüft werden, soweit Elektroarbeiten betroffen sind.

Weder die 3.104 noch die 3.204/20U25 ist als isolierter Kabelschneider für Arbeiten unter Spannung ausgewiesen. Wenn Werkstoff, Rohrinhalt oder Abmessungen unklar sind, ist nicht schneiden die richtige Zwischenentscheidung. Erst eine sichere Methode und die passenden Voraussetzungen machen den Arbeitsgang vertretbar.

Woran wäre eine gute Schnittqualität zu erkennen?

Ein brauchbarer Schnitt richtet sich nach dem späteren Zweck. Bei einer sichtbaren Gehrungsleiste sind die saubere Kante, eine unverformte Profilform und der passende Übergang zwischen zwei Teilen entscheidend.

Bei einem Rohr, das mit einem Verbinder zusammenkommen soll, können Rechtwinkligkeit, Formstabilität und ein freier Rand eine wichtige Rolle spielen.

Die folgende Übersicht beschreibt Prüfpunkte für eine künftige Anwendung, nicht Ergebnisse meiner LÖWE-Scheren:

PrüffrageGehrungsprofilPassendes PVC-Rohr
AuflageBezugskante liegt am AnschlagRohr sitzt in der richtigen Aufnahme
GeometrieRichtung und Winkel passen zum EckstückSchnittfläche passt zur vorgesehenen Verbindung
SchnittkanteKeine störenden Ausbrüche oder QuetschungenKeine schädliche Verformung, Risse oder Grate
WiederholbarkeitGleiche Anlage für vergleichbare TeileGleiches Rohrmaß und gleiches Positionieren
AbbruchProfil nicht identifiziert, instabil oder metallverstärktUnpassender Durchmesser, belegtes Rohr, instabile Anlage

Diese Punkte sind nur sinnvoll, wenn vorher bekannt ist, welche Abweichung das jeweilige Bauteilsystem erlaubt. Eine optisch glatte Schnittkante allein bestätigt weder eine exakte Winkelabweichung noch die Dichtheit einer späteren Rohrverbindung.

Für eine belastbare Einzelbewertung müsste man das Material, die Maße, die Lage während des Schnitts und den Zustand vor und nach der Bearbeitung dokumentieren. Eine solche Serie liegt für die hier gezeigten 3.104 und 3.204/20U25 nicht vor.

Ich nenne deshalb weder Messwerte zur Winkelabweichung noch Kraftbedarf, Gratanteil, Zahl der Schnittzyklen oder Verschleißraten.

Die vom Hersteller beschriebene Präzision ist eine Produktaussage. Sie kann den Leser auf zu prüfende Eigenschaften hinweisen, ersetzt aber nicht den Nachweis, dass genau mein Exemplar sie bei einem bestimmten Werkstoff erbracht hat.

Drei typische Arbeiten, drei verschiedene Entscheidungen

Zwei Kunststoff-Abschlussleisten sollen an einer Ecke zusammentreffen. Zunächst muss feststehen, ob Material und Querschnitt zu einer Gehrungsschere passen. Dann ist die 3.104 der sinnvollere Kandidat.

Die runden Rohr-Aufnahmen der 3.204/20U25 bieten keine geeignete Führung für eine flache Zierleiste. Enthält die Leiste einen Metalleinsatz, ist die Sache neu zu bewerten.

Ein neues, leeres PVC-Rohr soll auf Länge gebracht werden. Wenn Werkstoff, Außengeometrie und einer der beiden vorgesehenen Durchmesser übereinstimmen, spricht die Bauform für die 3.204/20U25. Ein 45°-Gehrungsanschlag der 3.104 hilft hier nicht bei der Rohrführung.

Ob der fertige Schnitt für die anschließende Verbindung taugt, muss anschließend anhand der Anforderungen dieser Verbindung geprüft werden.

Ein gewelltes Schutzrohr oder ein bereits belegtes Elektrorohr soll gekürzt werden. Das Wort Installationsrohr allein ist keine Kompatibilitätsbestätigung. Erst Werkstoff, Querschnitt und Inhalt klären.

Die Leiter dürfen nicht beschädigt werden; je nach Sachlage kann ein anderes Werkzeug, ein anderer Zugang oder ein Verzicht auf den Schnitt geboten sein.

Diese Situationen sind Entscheidungsbeispiele, keine drei angeblich von mir abgeschlossenen Schnittversuche. Sie zeigen, weshalb ein Elektriker die Form der anstehenden Arbeit und die Sicherheit der Installation höher gewichten sollte als den Namen eines Herstellers.

Die Modellfamilie INDUSTRIAL nicht durcheinanderbringen

Innerhalb der Serie 3.204 existieren Varianten für verschiedene Rohrgrößen und Aufgaben.

Die offizielle Sortimentsübersicht unterscheidet 3.204/16U19 für PVC-Rohre mit 16 und 19 mm, 3.204/20U25 für 20 und 25 mm und die 3.204/P90 für Rohre und Schläuche mit anderer Auflage; für P90 wird ein maximaler Durchmesser von 32 mm angegeben.

Diese 32 mm gehören nicht zum 20U25-Modell. Ebenso ist die 16/19-Auflage kein universelles Ersatzteil für die 20/25-Ausführung. Ähnliche Griffe oder die gleiche Zifferngruppe am Anfang rechtfertigen keine abweichende Anwendung und keinen Austausch der Unterlagen.

Bei den Gehrungsscheren gibt es ebenfalls Nachbarmodelle. Einige Varianten besitzen eine Hebelübersetzung und tragen dafür das Kürzel HU. Damit ist nicht gesagt, dass die normale 3.104 denselben Mechanismus hat. Wer eine höhere Hebelwirkung braucht, muss die Beschreibung genau des vorgesehenen Modells lesen.

Für Einkauf und Ersatzteilversorgung zählt deshalb der vollständige Modellcode, einschließlich des Suffixes. „LÖWE 3“ allein reicht nicht aus, wenn eine geformte Gegenauflage bestellt werden soll. Ein Foto des Aufdrucks auf Griff oder Verpackung und die Stückliste des Herstellers helfen, Verwechslungen zu vermeiden.

Klinge, Unterlage und Ersatzteil-Set unterscheiden

Die bewegliche Schneidklinge heißt bei LÖWE Original LÖWE 3, Teilenummer 3.001/B. Sie steht in den Ersatzteillisten beider Modelle. Das „/B“ bezeichnet hier die Ausführung als Einzelstück im Blister; unter 3.001 bietet der Hersteller auch eine andere Verpackungseinheit an.

Die Gegenauflagen sind dagegen modellabhängig. Für die Gehrungsschere 3.104 nennt LÖWE die Unterlage 3.002. Für die Rohrschere führt die separate Ersatzteilseite die Nummer 3.002/3.204/20U25 mit ausdrücklicher Passung für die 20U25 auf. Gleiche Klinge bedeutet hier also gerade nicht gleiche Form der Rohrauflage.

Das Ersatzteil-Set 3.007 enthält eine Klinge, eine Unterlage und weitere Teile. In seiner Passungsliste erscheint die 3.104. Die 3.204/20U25 wird dort nicht als kompatibles Set-Modell geführt. Deshalb würde ich dieses Set nicht ohne zusätzliche Bestätigung als passende Komplettlösung für die Rohrschere bestellen.

LÖWE rät dazu, eine Unterlage nach ihrem Zustand zu beurteilen. Ist sie stark verschlissen oder beschädigt, kann ein Austausch sinnvoll sein. Sie muss aber nicht automatisch zusammen mit jeder neuen Klinge ersetzt werden.

Wer Ersatz besorgt, sollte den Modellaufdruck und die Teileliste abgleichen, statt nur nach „LÖWE Unterlage“ zu suchen.

Reinigung, Pflege und Fehlersuche nach Herstellerangaben

Die FAQ von Original LÖWE empfiehlt, nach der Arbeit Rückstände zu entfernen. Dafür können laut Hersteller eine übliche Bürste, ein Tuch und gegebenenfalls Seifenwasser verwendet werden. Danach ist die Schere gründlich zu trocknen, und sie sollte nicht dauerhaft der Witterung ausgesetzt bleiben.

Eine Schmierung bei Bedarf gehört ebenfalls zu den allgemeinen Pflegehinweisen.

Wenn die Griffe plötzlich schwergängig sind, sollte zunächst geprüft werden, ob Schmutz, zu starke Reibung am Gelenk oder mangelnde Schmierung dahinterstecken. Einfach weiterzudrücken oder die Verschraubung ohne Kenntnis der Konstruktion zu verändern, ist keine fachgerechte Fehlerbehebung.

Bei ungeklärtem Spiel, Haken oder sichtbarer Beschädigung sollte die Schere bis zur Klärung nicht eingesetzt werden.

Der Hersteller beschreibt außerdem das Nachschärfen mit geeigneten Original-LÖWE-Werkzeugen und warnt vor ungeeigneten Schleifmethoden, die die Klingenform beeinträchtigen können. Er bietet Ersatzklingen und Unterstützung über Fachhändler oder den eigenen Service an.

Diese Angaben sind allgemeine Pflegehinweise der Marke, keine von mir verifizierte Demontageanleitung speziell für 3.104 oder 3.204/20U25.

Für einen tatsächlichen Teilewechsel sind deshalb die für das konkrete Werkzeug vorgesehenen Hinweise maßgeblich. Vor Wiederinbetriebnahme müssten korrekte Teile, sichere Montage und störungsfreie Funktion geprüft werden.

Ich behaupte nicht, die beiden fotografierten Exemplare bereits zerlegt, nachgeschärft oder bis zum Verschleiß benutzt zu haben.

Einkauf ohne erfundene Preise und Nutzungsdauer

Wer überwiegend Gehrungen an geeigneten nichtmetallischen Profilen herstellt, hat einen anderen Bedarf als jemand, der regelmäßig passende PVC-Installationsrohre kürzt. Die 3.104 und die 3.204/20U25 sollten daher nicht nach einem abstrakten Gesamtsieger gesucht werden.

Erst die tatsächlich anfallenden Arbeiten bestimmen, ob eine, beide oder keine der beiden Scheren sinnvoll ist.

Vor einem Kauf wären für mich Werkstoff, Querschnitt, Häufigkeit der jeweiligen Arbeit, Zugang am Einsatzort, Verfügbarkeit passender Ersatzteile und Reparaturmöglichkeiten die wichtigen Kriterien.

Ein Datenblatt des Materials sagt in dieser Frage oft mehr aus als die Formulierung „professionelle Schneidleistung“. Für seltene Sondermaterialien kann die Rückfrage beim Hersteller wirtschaftlicher sein als ein Fehlkauf.

Preise, Versandkosten, Steuerangaben und Lagerbestände können sich zwischen Ländern und Händlern verändern. Deshalb nenne ich keinen vermeintlich aktuell geprüften Preis und berechne keinen Betrag je Schnitt. Auch eine Lebensdauer oder ein Vorteil über Tausende von Einsätzen wäre ohne dokumentierte Belastungsprüfung spekulativ.

Die vom Hersteller angebotenen Einzelersatzteile sprechen für eine Reparaturmöglichkeit. Sie beweisen aber nicht, wie lange gerade die von mir erhaltenen Werkzeuge in meinem Arbeitsalltag halten. Wer die Kaufentscheidung davon abhängig macht, braucht entsprechende Langzeitdaten, die dieser Artikel nicht vorgibt.

Was meine Fotos belegen und was offen bleibt

Die vorhandenen Bilder identifizieren beide erhaltenen Modelle anhand ihrer Originalverpackungen. Die Aufnahmen zeigen die Gehrungsführung der 3.104 und die unterschiedlichen Rohr-Aufnahmen der 3.204/20U25.

Bei letzterer ist die vollständige Bezeichnung zudem direkt auf dem orangefarbenen Griff lesbar. Ein weißes Rohr erscheint während der Handhabung.

Nicht erkennbar sind daraus der genaue Werkstoff und gemessene Durchmesser dieses Rohres, ein dokumentiertes Schnittbild vor und nach der Bearbeitung oder die Genauigkeit einer Reihe von 45°-Schnitten. Auch die Eignung unter Dauerbelastung lässt sich nicht aus einer Fotoauswahl herleiten.

Am 18. Oktober habe ich meine allgemeinen Erfahrungen mit den von mir verwendeten Partnerprodukten positiv beschrieben und dabei keine Probleme in diesem allgemeinen Zusammenhang genannt. Das ist kein modellbezogenes Messprotokoll zu den beiden LÖWE-Scheren.

Ich schreibe ihnen deshalb weder eine bestimmte Zahl erfolgreicher Schnitte noch eine fehlerfreie Präzision zu.

Dieser Text ist ein dokumentierter Vergleich von Zweck, Technik und Auswahlkriterien. Er nutzt Herstellerangaben und echte Produktfotos, markiert aber klar die Grenze zwischen einem erhaltenen Werkzeug und einem nachweislich durchgeführten Test.

Vor der ersten Bearbeitung: fünf sachliche Fragen

Ist das Material eindeutig bestimmt? Wenn nicht, zuerst Kennzeichnung und Datenblatt prüfen. Eine Farbe oder die Sammelbezeichnung „Kunststoff“ reichen nicht.

Welche Abmessung ist tatsächlich relevant? Bei der 3.104 sind Profilgeometrie und Schneidbereich entscheidend; bei der 3.204/20U25 die reale Rohrkontur in der vorgesehenen Aufnahme.

Wie wird das Werkstück gehalten? Die Gehrungsschere braucht die richtige Bezugskante am Anschlag, die Rohrschere eine passende Rundauflage ohne Verspannen. Woran erkenne ich ein brauchbares Ergebnis? Eine sichtbare Eckverbindung und ein Rohrende vor einem Verbinder erfordern unterschiedliche Kontrollen.

Ist der Arbeitsgang sicher? Metalleinsätze, belegte Elektrorohre und spannungsführende Leiter können den Einsatz ausschließen. Die Scheren ersetzen weder geeignetes Spezialwerkzeug noch Freischalten und Feststellen der Spannungsfreiheit.

Kurz gefasst: 3.104 für geeignete nichtmetallische Gehrungsprofile, 3.204/20U25 für passende PVC-Rohre mit 20 oder 25 mm — keine von beiden ohne Prüfung des konkreten Werkstücks.

Welche Schere passt zur Arbeit?

AufgabeWerkzeugVorher prüfen
Gehrungsschnitt an einer geeigneten Leiste oder einem passenden Profil3.104Werkstoff, Stärke, Breite und Winkel
Geeignetes Kunststoffrohr mit 20 oder 25 mm Durchmesser3.204/20U25Rohrmaterial, Außendurchmesser, Auflage
Elektrische Leiter oder spannungsführende KabelKeines der beidenPassendes Fachwerkzeug und gesicherte Spannungsfreiheit

Häufige Fragen

Worin unterscheiden sich Original LÖWE 3.104 und 3.204/20U25?

Die 3.104 ist eine Gehrungsschere für geeignete Profile mit 45°-Anschlägen laut Hersteller. Die 3.204/20U25 ist eine Rohrschere für passende Kunststoffrohre mit 20 oder 25 mm Durchmesser. Ihre Auflagen sind entsprechend verschieden.

Kann ich mit der 3.204/20U25 jedes Kunststoffrohr schneiden?

Nein. Die Größen 20 und 25 mm sind Herstellerangaben, keine Freigabe für jeden Kunststoff oder jede Wandstärke. Werkstoff und Rohrabmessungen müssen zum vorgesehenen Einsatzbereich passen.

Was belegen die Fotos und meine positive Erfahrung?

Die Bilder identifizieren beide erhaltenen Werkzeuge und zeigen die 3.204/20U25 an einem weißen Rohr. Meine Gesamterfahrung mit genutzten Partnerprodukten war sehr positiv. Daraus folgen jedoch keine belastbaren Schnittergebnisse für eines der beiden Modelle.

Darf ich die Scheren für elektrische Leiter oder unter Spannung verwenden?

Nein. Es handelt sich weder um vorgesehene Kabelschneider noch um als isoliert ausgewiesene Werkzeuge für Arbeiten unter Spannung. Bei Elektroarbeiten sind geeignete Werkzeuge sowie Freischalten und Feststellen der Spannungsfreiheit erforderlich.

Ist die Ersatzklinge bei beiden Modellen gleich?

Ja: Beide nutzen die bewegliche Klinge 3.001/B. Die Gegenauflage ist unterschiedlich: 3.002 für die 3.104, 3.002/3.204/20U25 für die Rohrschere. Das Set 3.007 ist für die 3.104 gelistet, nicht für die 20U25.

Passt jedes als 20 mm bezeichnete Installationsrohr?

Nicht ohne Prüfung. Werkstoff und tatsächliche Abmessungen anhand des Rohrdatenblatts ermitteln und mit der vorgesehenen Aufnahme sowie den Herstellerangaben abgleichen.

Transparenz Original LÖWE : Gehrungsschere 3.104 und Rohrschere 3.204/20U25.

Théo Desrousseaux

Théo Desrousseaux

Elektriker und Herausgeber

Ich arbeite im Elektrohandwerk und gebe dieses Magazin heraus. Jeder Ratgeber wird vor der Veröffentlichung für sein Zielland geprüft.

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Ausgabe: DE — Deutsch
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