Leitungsschutzschalter
Der Nennstrom und die Auslösecharakteristik stehen auf der Front: C16 bedeutet Kurve C, 16 A für diesen Abgang.
Veröffentlicht 20. August 2026
Foto : Sparx Elec Bildarchiv Kurz gesagt
Wer einen Verteiler plant oder modernisiert, stößt schnell auf die Frage nach dem Unterschied zwischen FI-Schalter und LS-Schalter. Genau an diesem Punkt passieren in der Praxis die meisten Missverständnisse: Viele meinen dasselbe, wenn sie von Sicherung, FI oder Kombigerät sprechen, technisch sind das aber klar verschiedene Schutzfunktionen. Wer den Unterschied sauber versteht, plant sicherer, bestellt gezielter und vermeidet teure Nacharbeit im Feld.
Der Kern ist einfach: Ein FI-Schalter und ein LS-Schalter schützen nicht vor derselben Gefahr. Der FI-Schalter überwacht Differenzströme. Er erkennt also, ob Strom über einen unerwünschten Weg abfließt, etwa über ein beschädigtes Gerät, Feuchtigkeit oder im schlimmsten Fall über den menschlichen Körper. Dann schaltet er ab. Der LS-Schalter, also der Leitungsschutzschalter, hat eine andere Aufgabe: Er schützt Leitungen vor Überlast und Kurzschluss. Wenn zu viele Verbraucher an einem Stromkreis hängen oder ein massiver Fehlerstrom durch einen Kurzschluss entsteht, trennt der LS-Schalter den betroffenen Stromkreis.
30 mA
typische Empfindlichkeit des FI-Schutzschalters
C16
typische Kennzeichnung eines Leitungsschutzschalters
2
Schutzaufgaben: FI für Fehlerstrom, LS für Überlast
1
Gerät, das beides kombiniert: der FI/LS (RCBO)
Die Frage nach dem Unterschied zwischen FI, LS und dem kombinierten FI/LS ist so häufig, weil die drei Begriffe im Alltag oft durcheinander verwendet werden. Dabei ist die Unterscheidung technisch klar.
Der klassische Anwendungsfall des FI-Schutzschalters ist der zusätzliche Schutz gegen elektrischen Schlag. Tritt ein Fehlerstrom auf, reagiert der FI sehr schnell. In Wohngebäuden ist das besonders relevant in Badezimmern, Küchen, Außenbereichen, Kellern und generell in Stromkreisen mit erhöhtem Risiko durch Feuchtigkeit oder leitfähige Umgebungen.
Wichtig ist dabei: Ein FI-Schalter ersetzt keinen Leitungsschutz. Er erkennt keinen normalen Überlastfall so, wie es ein LS tut. Deshalb wird ein FI in der Installation üblicherweise mit separaten Leitungsschutzschaltern kombiniert, wenn kein FI/LS-Kombigerät eingesetzt wird.
| Gerät | Schützt vor | Löst aus bei |
|---|---|---|
| Gerät FI-Schutzschalter | Schützt vor Personen und Anlagen | Löst aus bei Fehlerstrom (Leck zur Erde), z. B. 30 mA |
| Gerät Leitungsschutzschalter | Schützt vor Leitungen | Löst aus bei Überlast und Kurzschluss |
| Gerät FI/LS-Schalter (RCBO) | Schützt vor Personen und Leitungen | Löst aus bei Fehlerstrom, Überlast und Kurzschluss |
Die drei Schutzgeräte im Vergleich (Justfyx, RS Components).
Leitungen müssen gegen thermische und magnetische Belastung abgesichert werden. Genau dafür ist der LS da. Er löst bei Überlast zeitverzögert und bei Kurzschluss sehr schnell aus. Entscheidend sind hier Nennstrom, Auslösecharakteristik und die Abstimmung auf Leitungsquerschnitt und Verlegeart.
Das ist ein Punkt, der in der Praxis oft unterschätzt wird. Wer nur auf den Verbraucher schaut, statt auf die Leitung, dimensioniert schnell falsch. Der Schutzschalter muss immer zur Installation passen, nicht nur zum angeschlossenen Gerät. Die Norm DIN VDE 0100-430 enthält die Anforderungen zum Schutz von aktiven Leitern und damit von Kabeln und Leitungen bezüglich der Auswirkungen bei Überströmen und beschreibt, wie aktive Leiter in Fällen von Überlast und Kurzschluss durch eine oder mehrere Einrichtungen für die automatische Abschaltung der Stromversorgung zu schützen sind.
Ein FI/LS, oft auch RCBO genannt, vereint Fehlerstromschutz und Leitungsschutz in einem kompakten Gerät. Das spart Platz im Verteiler und erlaubt eine selektivere Aufteilung einzelner Stromkreise. Fällt ein Fehler an einem Stromkreis an, löst nur das betroffene Gerät aus, nicht gleich eine größere Gruppe von Stromkreisen.
Gerade bei Renovierungen, Nachrüstungen und kompakten Unterverteilungen ist das ein klarer Vorteil. Gleichzeitig ist der Stückpreis meist höher als bei einer Lösung aus separatem FI plus mehreren LS-Schaltern. Ob sich das lohnt, hängt vom Projekt ab.
Leitungsschutzschalter
Der Nennstrom und die Auslösecharakteristik stehen auf der Front: C16 bedeutet Kurve C, 16 A für diesen Abgang.
Der technische Unterschied ist das eine. Im Alltag auf der Baustelle oder bei der Modernisierung zählt vor allem, wie sich die Geräte im Betrieb verhalten. Bei einer klassischen Kombination aus einem FI für mehrere Stromkreise und mehreren LS-Schaltern kann ein einzelner Fehler dazu führen, dass mehrere Stromkreise gleichzeitig spannungslos werden. Das ist wirtschaftlich nicht immer ideal. In Wohnhäusern ist das lästig, in gewerblichen Umgebungen kann es den Betrieb stören.
Mit FI/LS-Schaltern lässt sich das deutlich feiner aufteilen. Fällt der Stromkreis der Außensteckdose aus, bleibt die Kühlung in der Küche oder die Beleuchtung im Büro weiter in Betrieb. Diese Trennung erhöht die Verfügbarkeit und vereinfacht die Fehlersuche. Der Nachteil liegt vor allem in den Investitionskosten und teilweise im Platzbedarf pro Schutzfunktion, je nach System und Geräteausführung. Wer einen größeren Verteiler mit vielen Stromkreisen plant, sollte also nicht pauschal zur einen oder anderen Variante greifen. Wirtschaftlichkeit, Wartbarkeit und Ausfallsicherheit müssen zusammen betrachtet werden.
Ein Fehlerstromschutzschalter ist eine Schutzvorrichtung, die zwingend in den Stromkreis von Gebäuden eingebaut werden muss, um Stromunfälle zu verhindern. Der Schalter wird aktiviert, wenn der Fehlerstrom einen bestimmten Wert erreicht, und löst damit eine Unterbrechung des Stromkreislaufes aus. Das Grundprinzip des Fehlerstromschutzschalters beruht auf dem Kirchhoffschen Stromgesetz, das besagt, dass der Gesamtstrom, der in einen Stromkreis eintritt, genau dem Gesamtstrom entspricht, der denselben Stromkreis verlässt, da er nirgendwo anders hinfließen kann.
Wenn eine Differenz zwischen dem eintretenden und dem austretenden Strom besteht, entsteht ein Reststrom, der vom FI-Schutzschalter erkannt wird. Beschädigte Geräte können beispielsweise einen Anstieg des Eingangsstroms verursachen, was zu Kurzschlüssen und anschließenden Bränden führen kann. Ein Hauptzweck von FI-Schutzschaltern ist der Schutz von Personen, die versehentlich mit freiliegenden Leitern in Berührung kommen. Zu diesem Zweck sind FI-Schutzschalter so eingestellt, dass sie einen Fehlerstrom von höchstens 30 mA erkennen.
Verteiler mit FI-Schutzschalter
Der FI schützt Personen, jeder Leitungsschutzschalter schützt seinen eigenen Stromkreis.
Eine Fehlerstrom-Schutzeinrichtung besteht aus einem Eisenkern, um den zwei Spulensätze aus Draht gewickelt sind, und einem mit Eisen verkleideten Schaltgerät. Der Fehlerstromschutzschalter wird an die stromführenden Drähte des Stromkreises angeschlossen, und der Strom fließt von den stromführenden Drähten in einen Satz von Spulen, wodurch ein Magnetfeld erzeugt wird. Über den Nullleiter fließt der Strom dann über den anderen Spulensatz zurück in den FI-Schutzschalter.
Beide Spulensätze erzeugen ihre eigenen, entgegengesetzten Magnetfelder. Im Normalfall sind beide Ströme gleich groß und erzeugen entgegengesetzte Magnetfelder von gleicher Stärke. Wenn jedoch aufgrund eines Fehlers im Stromkreis ein Ungleichgewicht zwischen dem ausgehenden und dem eingehenden Strom besteht, kommt es auch zu einem Ungleichgewicht zwischen den Magnetfeldern, was zu einer Bewegung des Schaltgeräts und damit zur Unterbrechung des Stromkreises führt. Ein FI-Schalter enthält auch einen Rückstellknopf, der betätigt werden kann, um den Stromkreis zu schließen und den Strom wieder fließen zu lassen.
Der Fehlerstrom-Schutzschalter muss in Reihe mit den Leitungsschutzschaltern installiert werden. Wird ein einzelner Fehlerstromschutzschalter verwendet, muss er hinter dem Hauptschalter installiert werden. Gibt es zusätzlich zum Hauptstromkreis einen Nebenstromkreis, so muss ein Fehlerstrom-Schutzschalter in jedem Stromkreis installiert werden.
Für das ordnungsgemäße Funktionieren des Restdifferentialschutzes ist es notwendig, dass das Erdungssystem und der Überspannungsschutz der Anlage gut ausgeführt sind. Das Erdungssystem ist für die Vermeidung schädlicher Potentialdifferenzen verantwortlich, sei es für die Sicherheit von Menschen und Tieren oder für das ordnungsgemäße Funktionieren der Geräte.
FI-Schutzschalter
Die Prüftaste des FI-Schutzschalters simuliert einen Fehlerstrom und prüft so die Auslösung.
Dem Schutz gegen elektrischen Schlag liegt ein klares Konzept zugrunde. Im fehlerfreien Zustand dürfen Teile der elektrischen Anlage, die eine gefährliche elektrische Spannung führen, nicht berührbar sein. Sollte jedoch ein Fehler auftreten, muss das Risiko eines elektrischen Schlages durch eine geeignete Schutzmaßnahme minimiert werden.
Die Norm DIN VDE 0100-410 in der Ausgabe 2018-10 gilt seit dem 1. Oktober 2018 und ist für die sofortige Anwendung bei neuen elektrischen Anlagen sowie bei Änderungen oder Erweiterungen vorhandener Anlagen vorgesehen. Für am 1. Oktober 2018 bereits in Planung oder in Bau befindliche elektrische Anlagen galt eine Übergangsfrist bis zum 7. Juli 2020. Für elektrische Anlagen, die nach diesem Zeitpunkt in Betrieb genommen werden, gelten ausschließlich die Bestimmungen der DIN VDE 0100-410.
Wenn ein Gerät auslöst, ist die erste Frage, welches es war. War es ein Leitungsschutzschalter, ist der Stromkreis überlastet oder kurzgeschlossen. War es ein FI, leckt Strom zur Erde. War es ein FI/LS, sind beide Bedingungen möglich, und eine Messung kann nötig sein, um sie zu unterscheiden. Diese Unterscheidung allein halbiert oft die Diagnosezeit, weil sie Ihnen sagt, welche Fehlerfamilie zu suchen ist.
Ein FI-Schalter löst ausschließlich aufgrund eines Ungleichgewichts im Leckstrom aus, nicht aufgrund von Überlastung oder Kurzschluss. Die meisten Auslöseereignisse werden durch kumulative Leckströme oder versteckte Verdrahtungsfehler verursacht, nicht durch einen defekten Leistungsschalter. Die Umrüstung auf RCBOs und die Auswahl von Geräten des Typs A oder Typ B lösen das Problem der häufigen Fehlauslösungen in modernen Systemen dauerhaft.
Wer Schutzgeräte auswählt, sollte nicht nur nach dem Namen kaufen. Entscheidend sind technische Daten und der Einsatzzweck. Beim FI oder FI/LS spielen der Bemessungsdifferenzstrom, die Auslösecharakteristik und der Einsatzzweck eine Rolle. Beim Leitungsschutzschalter sind Nennstrom, Auslösecharakteristik und die Abstimmung auf den Leitungsquerschnitt entscheidend.
Der Schutzschalter muss immer zur Installation passen, nicht nur zum angeschlossenen Gerät. Wer nur auf den Verbraucher schaut, statt auf die Leitung, dimensioniert schnell falsch. Die Norm DIN VDE 0100-430 regelt den Schutz bei Überstrom und beschreibt, wie aktive Leiter in Fällen von Überlast und Kurzschluss durch eine oder mehrere Einrichtungen für die automatische Abschaltung der Stromversorgung zu schützen sind. Die Koordination des Schutzes bei Überlast und bei Kurzschluss wird ebenfalls behandelt.
Fehlerstrom-Schutzschalter sind wichtige Sicherheitsvorrichtungen in jeder elektrischen Anlage. Es gibt verschiedene Ausführungen, die sich in ihrer Auslösecharakteristik unterscheiden. Der klassische FI-Schutzschalter vom Typ AC erfasst Wechselfehlerströme. Der Typ A erfasst zusätzlich pulsierende Gleichfehlerströme und ist in modernen Hausinstallationen der Standard. Der Typ F ist für Stromkreise mit Frequenzumrichtern geeignet, und der Typ B erfasst auch glatte Gleichfehlerströme, wie sie in Anlagen mit Leistungselektronik vorkommen.
Für den Einsatz in Wechselstromanlagen mit 50 Hz in Kombination mit elektronischen Betriebsmitteln wie Frequenzumrichtern oder unterbrechungsfreien Stromversorgungen sind allstromsensitive FI-Schutzschalter erforderlich. Betriebsmittel der Leistungselektronik erzeugen im Fehlerfall neben 50-Hz-Wechsel- und Pulsgleichfehlerströmen auch glatte Gleichfehlerströme und Wechselfehlerströme unterschiedlichster Frequenzen. Handelsübliche RCDs mit der Auslösecharakteristik AC oder vom Typ A können diese Fehlerströme nicht exakt erfassen, sodass eine ordnungsgemäße Auslösung des FI-Schutzschalters nicht gewährleistet ist.
Der FI-Schutzschalter ist in vielen Fällen nach der DIN-Norm DIN VDE 0100 gesetzlich vorgeschrieben. Demnach müssen in Wohnräumen alle Steckdosen, die von Laien benutzt werden, über einen gemeinsamen FI-Schalter mit einem maximalen Auslösestrom von 30 Milliampere abgesichert sein. Bei Neubauten ist seit 2007 ein FI-Schutzschalter in Wohngebäuden Pflicht. In Feuchträumen wie Badezimmern oder Waschküchen gilt die Einbaupflicht bereits seit 1984.
Auch beim Umbau bestehender Stromanlagen oder beim Erweitern um neue Steckdosen oder Leitungen muss ein FI-Schalter nachgerüstet werden. Besonders wichtig ist der Einsatz in Feuchträumen sowie bei Außensteckdosen. Für Altbauten besteht grundsätzlich Bestandsschutz, wenn die elektrische Anlage zum Zeitpunkt ihrer Errichtung den damaligen Vorschriften entsprach. Anders sieht es aus, wenn die Nutzung verändert wird, bauliche Veränderungen vorgenommen werden oder der Zustand nicht mehr als sicher gilt.
Der Leitungsschutzschalter muss immer zur Installation passen, nicht nur zum angeschlossenen Gerät. Entscheidend sind Nennstrom, Auslösecharakteristik und die Abstimmung auf Leitungsquerschnitt und Verlegeart. Ein LS-Schalter mit zu hohem Nennstrom schützt die Leitung nicht ausreichend, ein LS mit zu niedrigem Nennstrom löst bei normalem Betrieb aus.
Die Norm DIN VDE 0100-430 enthält die Anforderungen zum Schutz von aktiven Leitern und damit von Kabeln und Leitungen bezüglich der Auswirkungen bei Überströmen. Sie beschreibt, wie aktive Leiter in Fällen von Überlast und Kurzschluss durch eine oder mehrere Einrichtungen für die automatische Abschaltung der Stromversorgung zu schützen sind. Die Koordination des Schutzes bei Überlast und bei Kurzschluss wird ebenfalls behandelt.
Info
Der Schutzschalter muss immer zur Installation passen, nicht nur zum angeschlossenen Gerät. Wer nur auf den Verbraucher schaut, statt auf die Leitung, dimensioniert schnell falsch. Der Nennstrom des Leitungsschutzschalters wird auf den Leitungsquerschnitt und die Verlegeart abgestimmt, nicht auf die Leistung des größten angeschlossenen Geräts.
Ein FI/LS, oft auch RCBO genannt, vereint Fehlerstromschutz und Leitungsschutz in einem kompakten Gerät. Das spart Platz im Verteiler und erlaubt eine selektivere Aufteilung einzelner Stromkreise. Fällt ein Fehler an einem Stromkreis an, löst nur das betroffene Gerät aus, nicht gleich eine größere Gruppe von Stromkreisen. Gerade bei Renovierungen, Nachrüstungen und kompakten Unterverteilungen ist das ein klarer Vorteil.
Gleichzeitig ist der Stückpreis meist höher als bei einer Lösung aus separatem FI plus mehreren LS-Schaltern. Ob sich das lohnt, hängt vom Projekt ab. Bei einer klassischen Kombination aus einem FI für mehrere Stromkreise und mehreren LS-Schaltern kann ein einzelner Fehler dazu führen, dass mehrere Stromkreise gleichzeitig spannungslos werden. Mit FI/LS-Schaltern lässt sich das deutlich feiner aufteilen. Fällt der Stromkreis der Außensteckdose aus, bleibt die Kühlung in der Küche oder die Beleuchtung im Büro weiter in Betrieb.
Wenn ein Schutzgerät auslöst, ist die erste Frage, welches es war. War es ein Leitungsschutzschalter, ist der Stromkreis überlastet oder kurzgeschlossen. War es ein FI, leckt Strom zur Erde. War es ein FI/LS, sind beide Bedingungen möglich, und eine Messung kann nötig sein, um sie zu unterscheiden. Diese Unterscheidung allein halbiert oft die Diagnosezeit, weil sie Ihnen sagt, welche Fehlerfamilie zu suchen ist.
Ein FI-Schalter löst ausschließlich aufgrund eines Ungleichgewichts im Leckstrom aus, nicht aufgrund von Überlastung oder Kurzschluss. Die meisten Auslöseereignisse werden durch kumulative Leckströme oder versteckte Verdrahtungsfehler verursacht, nicht durch einen defekten Leistungsschalter. Moderne elektronische Geräte erzeugen von Natur aus pulsierende Gleichstromlecks, die ältere Wechselstrom-Schutzschalter außer Gefahr setzen können. Die Umrüstung auf RCBOs und die Auswahl von Geräten des Typs A oder Typ B lösen das Problem der häufigen Fehlauslösungen in modernen Systemen dauerhaft.
Sowohl der FI-Schutzschalter als auch der Leitungsschutzschalter sollten regelmäßig geprüft werden. Der FI-Schutzschalter verfügt über eine Prüftaste, mit der ein Fehlerstrom simuliert und die Auslösung geprüft wird. Die Hersteller schreiben vor, diese Prüftaste regelmäßig zu drücken, um den Schutzschalter manuell auszulösen. Die Prüftaste prüft die mechanische und elektrische Funktion des Geräts; sie beweist nicht, dass die feste Verdrahtung oder die angeschlossenen Geräte fehlerfrei sind.
Der Leitungsschutzschalter hat keine Prüftaste. Seine Funktion wird durch die elektrische Prüfung der Anlage nachgewiesen. Bei einer solchen Prüfung werden die Auslösebedingungen, die Abschaltzeiten und die Koordination der Schutzgeräte kontrolliert. Wenn ein FI-Schutzschalter bei der Prüfung nicht auslöst oder ein Leitungsschutzschalter nicht korrekt abschaltet, müssen die Geräte ausgetauscht werden. Die Prüfung gehört in die Hände einer Elektrofachkraft, die über die passenden Messgeräte verfügt.
Bei der Planung eines neuen Verteilers stellt sich die Frage, ob man einen FI für mehrere Stromkreise mit mehreren LS-Schaltern kombiniert oder einzelne FI/LS-Schalter einsetzt. Die Antwort hängt vom Projekt ab. In Wohnhäusern ist die klassische Kombination aus einem FI für mehrere Stromkreise und mehreren LS-Schaltern weit verbreitet und kostengünstig. Bei Renovierungen, Nachrüstungen und kompakten Unterverteilungen bieten FI/LS-Schalter den Vorteil der selektiven Absicherung.
Wer einen größeren Verteiler mit vielen Stromkreisen plant, sollte nicht pauschal zur einen oder anderen Variante greifen. Wirtschaftlichkeit, Wartbarkeit und Ausfallsicherheit müssen zusammen betrachtet werden. Ein einzelner Fehler an einem Stromkreis sollte möglichst nicht mehrere Stromkreise gleichzeitig spannungslos machen. Mit FI/LS-Schaltern lässt sich das deutlich feiner aufteilen, was die Verfügbarkeit erhöht und die Fehlersuche vereinfacht. Der Nachteil liegt vor allem in den Investitionskosten und teilweise im Platzbedarf pro Schutzfunktion, je nach System und Geräteausführung.
Das häufigste Missverständnis ist, dass ein FI-Schutzschalter auch vor Überlast schützt. Das ist nicht der Fall. Ein FI erkennt keinen normalen Überlastfall so, wie es ein LS tut. Deshalb wird ein FI in der Installation üblicherweise mit separaten Leitungsschutzschaltern kombiniert, wenn kein FI/LS-Kombigerät eingesetzt wird.
Ein zweites Missverständnis ist, dass ein FI/LS-Schalter immer die bessere Wahl ist. Der FI/LS spart Platz und erhöht die Verfügbarkeit, kostet aber mehr als eine Lösung aus separatem FI plus mehreren LS-Schaltern. Ob sich das lohnt, hängt vom Projekt ab. Wer einen größeren Verteiler mit vielen Stromkreisen plant, sollte Wirtschaftlichkeit, Wartbarkeit und Ausfallsicherheit zusammen betrachten und nicht pauschal zur einen oder anderen Variante greifen. Die Entscheidung gehört in die Planung der Anlage, nicht in den Einkaufskorb.
Der FI-Schutzschalter schützt Personen vor Fehlerstrom, also Strom, der zur Erde leckt. Der Leitungsschutzschalter schützt die Leitung vor Überlast und Kurzschluss. Ein FI/LS-Schalter kombiniert beide Funktionen in einem Gerät.
Nein. Ein FI-Schalter erkennt keinen Überlastfall so, wie es ein Leitungsschutzschalter tut. Deshalb wird ein FI in der Installation üblicherweise mit separaten Leitungsschutzschaltern kombiniert, wenn kein FI/LS-Kombigerät eingesetzt wird.
C16 bedeutet Kurve C und 16 Ampere Nennstrom. Die Kurve regelt das magnetische Auslöseverhalten, der Nennstrom die thermische Auslösung. Der Leitungsschutzschalter muss auf Leitungsquerschnitt und Verlegeart abgestimmt sein.
Ein FI/LS-Schalter lohnt sich bei Renovierungen, Nachrüstungen und kompakten Unterverteilungen, weil er Platz spart und eine selektive Absicherung einzelner Stromkreise erlaubt. Er kostet aber mehr als eine Lösung aus separatem FI plus mehreren LS-Schaltern.
Der FI reagiert auf Fehlerstrom, der LS auf Überlast und Kurzschluss. Wenn nur der FI auslöst, leckt Strom zur Erde, zum Beispiel durch ein defektes Gerät, Feuchtigkeit oder eine beschädigte Leitung. Der LS bleibt oben, weil keine Überlast vorliegt.
Quellen und Referenzen
Praxisnahe Ratgeber zu Elektroinstallation, systematischer Fehlersuche und Werkzeugen, abgestimmt auf die geltenden technischen Normen dieser Länderausgabe.
Was ist eine Schuko-Steckdose? Typ F, CEE 7/3 und CEE 7/4, 16 A bei 230 V, Schutzkontakt über seitliche Bügel – und was der Unterschied zu anderen Steckdosen ist.
Ratgeber lesen
Ratgeber FI-Schutzschalter löst aus: Ursachen und Lösungen Warum löst der FI-Schutzschalter aus? Die häufigsten Ursachen wie Feuchtigkeit, defekte Geräte und beschädigte Leitungen, und wie Sie den Fehler sicher finden. Ratgeber lesen
Ratgeber Kabelquerschnitt und Leitungsschutzschalter Wie wählt man den richtigen Kabelquerschnitt? Strombelastbarkeit, Verlegeart, Spannungsabfall und die Abstimmung auf den Leitungsschutzschalter nach DIN VDE 0298-4. Ratgeber lesen
Ratgeber Bestes Multimeter für Elektriker: Kaufberatung Welches Multimeter für Elektriker? CAT III 600 V als Minimum, True RMS, gut ablesbares Display – und worauf Sie beim Kauf eines Digitalmultimeters achten sollten. Ratgeber lesen